Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

 

Die Fortschritte in der Proteinanalytik werden seit einigen Jahren geprägt von der Massenspektrometrie. In beeindruckender Weise haben technische Verbesserungen den wissenschaftlichen Fortschritt mitbestimmt. Eine maximale Leistungsfähigkeit in Proteomics wurde mit den beiden Rohfassungen des humanen Proteoms gezeigt. Den 20.300 gen-codierten Proteinen wurden ca. 18.000 MS-Zuordnungen gegenübergestellt. Die nachfolgende Diskussion der Resultate war ernüchternd, da aufgrund verschiedener Aspekte eine signifikante Zahl an falsch-positiven Proteinen enthalten ist. Hinter der aufmerksamkeitsheischenden Benennung des humanen Proteoms steckt sehr wohl eine tolle Leistung. Die äußerst schwierige Bestimmung von Proteinen im großen Maßstab stößt mehrfach auf Grenzen: seien es die biologischen Rahmenbedingungen - wie groß ist das humane Proteom?, oder die bioinformatische Auswertung – in welchen Grenzen ist die Interpretation immenser Datenmengen korrekt? Abundanz, Proteoformen, posttranslationale Modifikationen – es gibt viele Gründe, welche die Arbeit mit Proteinen spannend und schwierig machen. Betrachtet man demgegenüber eine Einzelanalyse wie z.B. bei den Biotherapeutika, sieht man, dass mit den gleichen analytischen und biochemischen Werkzeugen gänzlich andere Ziele bearbeitet werden müssen. Die Analyse eines Antikörpers oder ADCs ist höchst aufwendig trotz definierter Herstellung und hocheffizienter Reinigung. Bereits dieses einzelne Molekül wird aufgrund von Oxidation und anderen Einflüssen in vielen Varianten vorliegen. Protein- und Proteom-Analysen haben die Gemeinsamkeit, dass nur über Qualität aussagekräftige Resultate erzielt werden können.

Die Arbeitstagung möchte auch dieses Jahr wieder einen Beitrag zum qualitativen Standard der Protein-Analytik leisten. Das Programm bietet den Teilnehmern vielerlei Hintergründe zu den Methoden und Techniken; Sie bekommen instrumentelle Details von den Herstellern und auch Erfahrungsberichte von Anwendern angeboten. Interessante Sprecher werden für weiterführende Diskussionen bereit stehen. Und für ein angenehmes Ambiente auf der Zeche Zollern während der Tagung ist vom Organisationsteam gesorgt.

 

Wir freuen uns darauf, Sie in Dortmund zur 23. Arbeitstagung begrüßen zu dürfen,

 

Roland Kellner, Merck, Darmstadt

Friedrich Lottspeich, Stockdorf

Helmut E. Meyer, ISAS Dortmund

Albert Sickmann, ISAS Dortmund